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Mittwoch, den 06. Oktober 2010 um 21:48 Uhr

Schloß Monaise

Kurz vor dem Ortseingang Trier-Zewen zweigt von der Hauptstraße , die B49 zur Mosel hin eine Seitenstraße zum Schloss Monaise ab.

In den Jahren 1779 bis 1783 ließ sich der Trierer Domdechant und spätere Dompropst Philipp Franz Graf von Walderdorff auf der westlichen Moselseite eine Sommerresidenz im Stil des französischen Frühklassizismus errichten. Als Architekten verpflichtete er den französischen Baumeister Francois Ignace Mangin. Das in unmittelbarer Nähe des Moselufers gelegene Lustschloss wurde mit seiner Hauptfassade nach Nordosten ausgerichtet und liegt so in direkter Blickachse zur Stadt Trier. Der Name Monaise bedeutet »Meine Muße« und verweist auf die ehemalige Funktion des Schlösschens als Sommerresidenz.

Das Gebäude gehört zu den wenigen Beispielen des französischen Frühklassizismus auf deutschem Boden. Der Baustil hat sich in Frankreich zur Zeit des Königs Ludwigs XVI. herausgebildet und wird deshalb auch Louis-Sieze-Stil genannt. Bemerkenswert im Vergleich zur Höhe des Schlosses ist seine geringe Grundfläche von nur 10 x 20 Metern. Die Hauptfassade wird geprägt durch einen dreiachsigen Mittelrisalit mit vier ionischen Säulen in den Obergeschossen und der dahinter liegenden Loggia. Bekrönt wird der Mittelrisalit von einer Wappentafel, die von zwei Löwen gehalten wird. Der darunterliegende Sinnspruch »OTIUM CUM DIGNITATE« bedeutet sinngemäß soviel wie »Genieße die Muße mit Würde«. Umgeben wird der Bau von einer Sandsteinbalustrade und vier Eckpavillons.

Als der Bauherr Graf von Walderdorff 1791 Fürstbischof von Speyer wurde, verkaufte er das Schloss an Eleonore von Blochhausen, die Witwe eines herzoglich-luxemburgischen Gerichtsrates. Das Bauwerk gelangte in der Folge in die Hände verschiedener Eigentümer. Ab 1920 gehörte es den "Vereinigten Hospitien" und 1969 kam es schließlich in den Besitz der Stadt Trier. Da das Schloss lange ohne echte Nutzung geblieben war, hatte sich der Gebäudezustand zusehends verschlechtert; gleichwohl waren immer wieder Sicherungsmaßnahmen unternommen worden. Zahlreiche Versuche zur Rettung des Bauwerkes scheiterten letztendlich alle an der Finanzierungsfrage. Erst die Zusage der deutschen Stiftung Denkmalschutz, mit einem Zuschuss in der Höhe von 1,8 Millionen Euro die Hälfte der ursprünglich kalkulierten Restaurierungskosten zu übernehmen, brachte im Jahre 1992 Bewegung in die Sache. Weitere Zuschüsse konnten vom Land Rheinland-Pfalz und vom Bundesinnenministerium eingeworben werden. Letztere Zuschüsse waren nur zu bekommen, weil es sich bei Schloss Monaise um ein Kulturdenkmal von nationalem Rang handelt. Die Trierer Bevölkerung selbst engagierte sich durch die Gründung eines Fördervereins für die Restaurierung des Schlosses.

Die Wiederherstellung von Schloss Monaise wurde im Mai 1997 abgeschlossen. Aufgrund umfangreicher restauratorischer und bauhistorischer Untersuchungen konnten viele neue Erkenntnisse zur ursprünglichen Ausstattung des Schlosses gewonnen werden. Soweit wie möglich wurden diese Untersuchungsergebnisse in das Sanierungskonzept jeweils aktuell eingearbeitet, so dass in enger Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege in Mainz ein guter Restaurierungsstandard erreicht werden konnte. Dies führte allerdings zu einer Erhöhung der Baukosten auf ca. 10 Millionen DM, die zu einem großen Teil wiederum aus denkmalpflegerischen Zuschüssen finanziert werden konnten.

Mit dem Schloss Monaise, das heute unter anderem eine gehobene Gastronomie beherbergt, konnte für Trier ein Bauwerk von besonderer kulturhistorischer Bedeutung zurückgewonnen werden. Die Region besitzt damit eine weitere Sehenswürdigkeit von hohem kulturellem Wert.

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